Mobbing

Täglich leiden viele junge Menschen in der Schule und Erwachsene auf der Arbeit unter Mobbing. Dieses Phänomen tritt teils verdeckt und teils offen zutage und über das Medum Internet gewinnt Mobbing weiter an Schärfe.

 

Was ist Mobbing?

Mobbing ist systematische, über einen längeren Zeitraum andauernde psychische Gewalt, die sich in Beleidigungen, Ignorieren, Belästigen, Ausgrenzen, Lächerlich-machen und Bloßstellen und vielem mehr manifestiert.

Hier gibt es drei grundsätzliche Erscheinungsformen:

  1. Physisches Mobbing: Das Ziel ist körperliches Verletzen durch z.B. Schlagen, Treten, An-den-Haaren-Ziehen, … Auch das Eigentum des Opfers kann zerstört werden.
  2. Verbales Mobbing: Diese Form umfasst sämtliche verbale Attacken durch z.B. verletzende (Spitz-)Namen, verbale Drohungen, Beschimpfungen, Bodyshaming, …
  3. Relationales Mobbing: Diese Form beschreibt das (Zer-)Stören sozialer Beziehungen des Opfers durch z.B. das bewusste Hinausekeln, Ignorieren, Ausschließen aus sozialen Gruppen, …

Weiterhin kann unterschieden werden in

Direktes Mobbing: Die Angriffe manifestieren sich in der direkten Interaktion zwischen Mobber und Opfer, die einander in der Regel kennen. Hier ist der Stress- bzw. Angstfaktor sehr hoch.

Indirektes Mobbing / Cyber-Mobbing: Täter und Opfer treten in keinen unmittelbaren Kontakt, kennen einander manchmal nicht einmal. Das sogenannte Cyber-Mobbing geschieht über verschiedene Kommunikationswege im Internet. Da es hier möglich ist, seine wahre Identität zu verbergen bzw. sogar die des Opfers anzunehmen, ergeben sich hier besonders wirksame, in hohem Maße schädliche Möglichkeiten, einen Menschen zu diffamieren. Im Schutze der Anonymität sinkt die Hemmschwelle für äußerst brutale Verletzungen, die zudem einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden und – einmal ins Internet gestellt – so gut wie nicht zu löschen sind. Für das Opfer gibt es durch die Omnipräsent des Internets quasi keinen Rückzugsort mehr. Vielmehr kann eine Art Zwang nach ständiger Kontrolle, was an Neuem über es gepostet wurde, entwickeln. Der Leidensdruck der Betroffenen wächst ins Unermessliche.

 

Welche Folgen hat Mobbing?

Die Folgen von Mobbing sind oftmals schwerwiegend. Neben Kränkung und reduzierter Leistungsfähigkeit leiden Mobbingopfer zumeist unter ausgeprägten körperlichen und seelischen Beschwerden: Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Nervosität, Depressionen, Erschöpfungszustände, Angststörungen, Kopfschmerzen, Magen-Darm- Störungen, Selbstwertkrisen, Tinnitus, Suizidalität, Albträume, Süchte, Essstörungen …

Dies hat weitergehende Konsequenzen in allen Lebensbereichen, um nur einige wenige Beispiele zu nennen:

Beispiel Arbeitsplatz: nur noch Dienst nach Vorschrift, Misstrauen/ Ohnmachtsgefühle, innere Kündigung, stark reduzierte Leistungsfähigkeit.

Beispiel Schule: mangelhafte Mitarbeit im Unterricht, Schulphobie, Trennungsängste

Beispiel persönliches Umfeld: übertriebene Reaktionen bei Konflikten in Partnerschaft und Familie, Bindungsphobie, Beziehungsunfähigkeit.

 

Ursachen für Mobbing

Wie kommt es, dass manche Menschen andere so behandeln, wie sie selbst niemals behandelt werden wollen?

Wichtig ist zunächst festzustellen, dass es nicht den typischen Täter gibt. Wissenschaftler haben jedoch herausgefunden, dass gewisse Merkmale auf viele der Mobber zutreffen. Den meisten Tätern geht es darum, Macht über andere auszuüben. Sie genießen es, andere zu kontrollieren und zu unterwerfen. Wenn andere vor ihnen Angst haben, fühlen sie sich stärker. Sie wollen Anerkennung und auch von eigenen Misserfolgen ablenken. Mobbing ist also ein Ausdruck der Schwäche als der Stärke. Dabei empfinden Täter kein Mitgefühl (Empathie), wenn es dem Opfer schlecht geht. Bei der Auswahl der Opfer sind sie sehr geschickt darin, wehr- oder hilfloser Opfer auszuwählen.

 

Wie helfen wir?

Wir stehen kurzfristig mit Rat und Tat zur Verfügung. Uns ist bewusst, dass jemand, der gemobbt wird, unter hohem Leidensdruck steht und unser Augenmerk liegt deshalb darauf, Hilfe so schnell und wirksam wie möglich zu leisten. Dabei greifen wir auf über 20 Jahre Berufserfahrungen als Lehrkraft an Schulen sowie vielseitige Vermittlertätigkeiten als Krisenmanager in der Arbeitswelt zurück.

Unsere Erfahrung besagt, dass Gewalt am schnellsten und effektivsten unterbunden wird, wenn sie öffentlich gemacht wird. Denn damit können der oder die Täter ihre Angriffe nicht weiter in dem Gefühl, unbeobachtet zu sein, fortsetzen. Die Aufmerksamkeit von außen auf die ausgeübte Gewalt führt in vielen Fällen zu einer schnellen und spürbaren Verbesserung der Situation und damit zur Entlastung für die betroffene Person.

Mobbing ist für die direkt betroffenen Menschen eine hochgradig sensible und teils dramatische Situation. Deshalb besprechen wir das Vorgehen mit dem Betroffenen in höchster Achtsamkeit und Genauigkeit. Es werden ausschließlich Maßnahmen gegen die bestehende Gewalt getroffen, mit denen sich der Geschädigte wohl fühlt und diesen ausdrücklich zustimmt. Ein vertrauensvoller Umgang mit diesem Thema versteht sich dabei von selbst.

Mögliche Wege zum Eindämmen von Mobbing könnten sein:

 

Bei Mobbing an Schulen:

  • Kontaktaufnahme mit dem Vertrauenslehrer/Klassenlehrer oder mit einer an der Schule installierten Schulsozialarbeit.
  • Gemeinsame Abstimmung geeigneter Maßnahmen mit Lehrern/Schulsozialarbeit, um das Mobbing schnellstmöglich zu unterbinden.
  • Begleitung der Phase aus dem Mobbing heraus: „Heilung“ von eingetretenen Selbstwertzweifeln oder Überwindung von Ängsten, die sich durch das Mobbing entwickelt haben.
  • Unterstützung durch gezieltes Selbstwert- und Resilienztraining zur Wiedererlangung eines guten Gefühls, in die Schule zu gehen.

 

Bei Mobbing am Arbeitsplatz:

  • Kontaktaufnahme mit Vertrauensleuten oder bei großen Firmen mit Institutionen, wie bspw. dem Personalrat.
  • Beratung und gemeinsame Besprechung des Vorgehens gegen die Gewalt am Arbeitsplatz.
  • Begleitung der Phase aus dem Mobbing heraus: „Heilung“ von eingetretenen Selbstwertzweifeln oder Überwindung von Ängsten, die sich durch das Mobbing entwickelt haben.
  • Unterstützung durch gezieltes Selbstwert- und Resilienztraining zur Wiedererlangung eines guten Gefühls, zur Arbeit gehen.