Schulabsentismus

Der Fachausdruck „Schulabsentismus“ ist weniger geläufig als seine populären Synonyme „schwänzen“, „blau machen“ oder „bläuen“. Wir bevorzugen jedoch das Fachwort, da es den Ernst der Lage weitaus besser ausdrückt.

Schulabsentismus ist ein gravierendes Problem, welches nicht nur Laufbahnen, sondern ganze Lebensläufe empfindlich negativ beeinflussen kann. Dieses Problem reicht bis ins Privatleben hinein und erschwert langfristig Selbstwertgefühl und Glücksempfinden.

Ca. 5 bis 8 % aller Schüler verweigern in Deutschland zumindest teilweise die Teilnehme am Unterricht. Das heißt, statistisch betrachtet betrifft es durchschnittlich ca. einen Schüler pro Klasse. Dies darf und muss nicht sein. Unser Anliegen ist ein Aufzeigen von Wegen raus aus dieser Abwärtsspirale, rein in eine Zukunft voller Leichtigkeit und Lebensfreude.

 

Was ist Schulabsentismus und wie kommt es dazu?

Vereinfacht gesagt ist Schulabsentismus das Nichterscheinen in der Schule. Ist dieses unentschuldigt, führt es sofort zu ungenügenden Schulnoten. Häufig entschuldigen Eltern und manchmal auch Ärzte (längerfristiges) Fehlen, da das Kind Unwohlsein vorgibt bzw. tatsächlich Krankheitssymptome zeigt (z.B. Bauchschmerzen).

Man kann Schulabsentismus folgendermaßen unterteilen:

– Dissoziale Schulverweigerung: Manche Schüler haben einfach keine Lust auf die Schule. Sie bleiben dieser ohne Wissen und Erlaubnis der Eltern fern.

– Schulphobie: Hier liegt eine Trennungsangst vor. Der Schüler hat Angst davor, während des Schultages von einer Bezugsperson getrennt zu sein.

– Soziale Angst: Der Schüler hat Angst vor dem Kontakt mit anderen Menschen. Es ist eine Angst davor, sich peinlich zu benehmen, sich lächerlich zu machen oder von anderen Menschen negativ bewertet zu werden.

– Prüfungsangst: Dies ist eine Angst, die vor Leistungssituationen, z.B. Klassenarbeiten, auftritt.

Wir gehen davon aus, dass es nicht die EINE Ursache für Schulabsentismus gibt. Vielmehr muss von einer multifaktoriellen Verursachung ausgegangen werden.

  1. Faktoren beim Schüler: Temperamentsmerkmale, Intelligenz, Konzentrationsfähigkeit.
  2. Faktoren in der Schule: Beziehungen zu Mitschülern und Lehrern, Mobbing, Ausgrenzung, Klassenklima.
  3. Faktoren in der Familie: Belastungen (z.B. Streit zwischen den Eltern, Erkrankungen von Familienmitgliedern), Erziehungsstil der Eltern, Bildungsniveau der Eltern, Familieneinkommen.

 

Welche Folgen hat Schulabsentismus?

Der Verstoß gegen die Schulpflicht ist eine Ordnungswidrigkeit, die in der Regel bei Wiederholung mit einem Bußgeld (bis zu 1000 Euro) geahndet wird. Erscheinen Elternentschuldigungen auf Dauer nicht glaubwürdig, würde eine Attestpflicht verhängt werden. Dies erzeugt massiven Druck bei den Eltern.

Zudem kann es zu vielfältigen weiteren Problemen kommen. Das Vermeidungsverhalten kann sich schnell chronifizieren, so dass es schwer zu verändern ist. Es kommt zu Konflikten mit Eltern und Lehrern. Oder bestehende Konflikte verschärfen sich. Der Schüler ist zunehmend isoliert. Und sein Glaube daran, etwas erreichen zu können, nimmt immer mehr ab.

Die Fehlzeiten führen außerdem zu Wissenslücken und zu Gedanken wie: „Jetzt schaffe ich erst recht nichts mehr.“ Es kann auch dazu kommen, dass die ganze Tagesstruktur inkl. Schlaf-Wach-Rhythmus verändert und empfindlich gestört wird.

 

Wie helfen wir?

In der überwältigenden Mehrheit der Fälle stehen emotionale Probleme als Ursache für die Nichtteilnahme am Unterricht im Vordergrund. Eine genaue Analyse des emotionalen Zustandes beim betreffenden Schüler ist daher unabdingbar wichtig. Hierbei hat sich unsere offene, wertfreie Haltung und völlige Annahme des Schülers als Schlüssel zum Erfolg erwiesen. Sich in einem geschützten Raum öffnen zu können, bringt vorhandene Probleme am schnellsten zutage und öffnet Wege zu deren Lösung.

Schülern mit sozial abweichendem Verhalten sollte im Besonderen mit Wertschätzung und Interesse begegnet werden, weil diese Schüler oft bereits negative Erfahrungen wie abwertende Urteile über sich, Zurückweisung o. ä. erlebt haben. Deshalb ist es hier für eine erfolgreiche Arbeit umso entscheidender, ein stabiles Vertrauensverhältnis zu dem Schüler aufzubauen. Wir möchten auf achtsame Art und Weise in Erfahrung bringen, was diesen Schüler in seinem Innern bewegt und welche Gründe zum Fernbleiben von der Schule geführt haben. Wir unterstützen den Schüler, sich seiner selbst mit all seinen Träumen, Wünschen, Zielen und Werten wahrhaftig bewusst zu werden (vgl. unseren Text zum Selbstbewusstsein). Denn Absichten und Ziele müssen klar verdeutlicht und Fördermaßnahmen dürfen nicht über den Kopf des Schülers hinweg erfolgen.

Wir achten jedoch auch darauf, nicht zu viel Zeit verstreichen zu lassen. Der Schulbesuch soll innerhalb kürzester Zeit wieder möglich werden. Daher arbeiten wir – nach Absprache – eng im Austausch mit Schule, Arzt, Klinik und/oder Nachhilfeinstitut zusammen.

So sinnvoll eine systemische Herangehensweise auch ist: Am schnellsten wirksam ist die Arbeit am Schüler selbst. Wenn dieser sich seiner selbst bewusst ist und seinen Selbstwert erkennt, wird der Weg frei zu einer resilienten Persönlichkeit, die auch unter widrigen Umständen in der Lage ist, ihren eigenen Lebensweg, zu dem eine wertvolle Ausbildung selbstverständlich dazu gehört, voller Freude und Leichtigkeit zu gehen.

 

Wir laden Sie zu einem kostenfreien, unverbindlichen Probecoaching über das Telefon oder via Zoom ein.